Ullrich Altmann

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Traurige Hinterlassenschaften: Die Bunker des “Atlantikwalls”

    Der Atlantikwall war eine knapp 2.900 km lange Verteidigungslinie entlang der Atlantik- und Nordseeküsten Frankreichs, Belgiens, der Niederlande, Dänemarks und Norwegens, mit dem die Nazis eine Invasion der Westalliierten verhindern wollten. Zwischen Dezember 1942 und bis zum Kriegsende wurden an der dänischen Küste mehr als 1.300 Bunker gebaut. Nicht zu reden von Eisenbahnen, Betonstraßen, Baracken und allein auf Fanø ca. 49.000 am Strand verbuddelten Minen.

    Fanøs Lage direkt vor der Hafeneinfahrt von Esbjerg führte dazu, dass allein auf der Insel 300 Bunker gebaut wurden. Viele dieser Bunker sind mittlerweile Teil der Dünenlandschaft und fast oder vollständig im Sand versunken.

    Das erhältliche Kartenmaterial umfasst auch eine ca. 26 km lange Radtour, die zu den fünf größten Bunkeranlagen führt. Allerdings gibt es die Routenbeschreibung nur auf dänisch oder in englischer Sprache; auch sind dieser Radweg und die Bunkeranlagen nicht ausgeschildert. Aber auch bei Wanderungen und Spaziergängen tauchen diese grauen Monster auf – oftmals mit Graffiti “verziert”.

    Einerseits bin ich geschichtlich interessiert und wollte die Tour deshalb abfahren; andererseits habe ich sie abgebrochen, weil dieser ganze Wahnsinn auch bedrückend ist.

    Ein bisschen unangenehm ist mir im Nachhinein dieses leicht morbide Interesse.