Ullrich Altmann

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Luftmunitionsanstalt 3/XI Harpstedt 11/2018

    Das ursprüngliche Aufgabenspektrum der Luftmunitionsanstalt Harpstedt umfaßte hauptsächlich den Umschlag von Bomben und Granaten für Flugabwehrkanonen. Per Eisenbahn wurde Munition angeliefert, die bereits mit Sprengstoff befüllt war. Die Bomben und Granaten sind im Arbeitsbereich mit Zündern versehen worden. Im Lagerbereich konnte ein umfangreicher Bestand deponiert werden. Es wurden für die Truppe auf Bestellung Chargen zusammengestellt und wiederum per Eisenbahn versandt.

    Für Munitionsanstalten bestand der Befehl, vor dem Einmarsch gegnerischer Truppen die Munitionsbestände zu vernichten und die Infrastruktur zu zerstören. In der Nacht vom 8. auf den 9. April 1945 hat das Muna-Personal die Anordnung nur zu einem Teil umgesetzt. Um die in der Umgebung lebende Zivilbevölkerung nicht zu gefährden, wurden nur Bestände mit schwächerer Explosionskraft gesprengt. Einige der Munitionsbunker sind dabei zerstört worden. Am 10. April 1945 besetzten britische Truppen die Gegend und beendeten damit auch für die Muna den II. Weltkrieg. Nach 1945 übernahmen die Briten die Demilitarisierung der Munitionsanstalt.

    Durch den massenhaften Zuzug von Vertriebenen aus den damaligen deutschen Ostgebieten ergab sich vielerorts eine große Wohnungsnot. Zur Abhilfe gaben die Briten ab Mitte 1946 Bauten der Muna Harpstedt für zivile Nutzungen frei. In Verwaltungs- und Betriebsgebäuden wurden Wohnungen geschaffen. Auch eine Ansiedlung von produzierenden Unternehmen in Lager- und Arbeitshäusern wurde ermöglicht. Die unterschiedlichsten Betriebe konnten hier ihr Wirken aufnehmen. Darunter waren Firmen, die für den Wiederaufbau dringend benötigtes fertigten. Ab 1949 wurden – auch mit viel Eigenleistung der Eltern – drei ehemalige Munitionshäuser „entfestigt“ und zu Schullandheimen für Bremer Schulen ausgebaut.

    Die Bundeswehr übernahm ab Anfang der 1960er Jahre schrittweise einzelne Bereiche der Liegenschaft. Die gesamte Anlage ist 1964 als Militärischer Schutzbereich ausgewiesen worden. Nutzerstaaten waren neben der Bundesrepublik die USA und später auch die Niederlande. Nach dem Ende des Kalten Krieges war die militätische Nutzung beendet. Nach einigen Jahren Leerstand konnte 2006 ein Käufer für das Areal gefunden werden. Dieser vermietet nun die einzelnen Teile der Anlage an verschiedene Nutzer. Auf Betreiben der umliegenden Gemeinden ist der Forst Baßmerhoop inzwischen als Naherholungsgebiet für die Öffentlichkeit wieder zugänglich. (Entnommen: www.relikte.com)